Ist Espresso einfach nur starker Kaffee?

Was ist Espresso eigentlich? Für viele ist Espresso gleichbedeutend mit einem hochwertigen starken Kaffee aus besonderen Kaffeebohnen. Ist das so aber wirklich richtig? Was beduetet es, wenn man einen Kaffee als Espresso bezeichnet?

Sehr wichtig ist zu verstehen, dass Espresso eine Zubereitungsform ist und nicht etwa eine besondere Kaffeesorte. Der Grund, warum wir in Geschäften oft Espresso-Kaffee im Regal stehen sehen liegt vielmehr daran, dass die meisten Espressotrinker dunklere Röstungen bevorzugen. Deshalb werden diese dunklen Sorten als Espressokaffee abgeboten. Tatsächlich kann man aber aus allen Kaffeebohnen einen Espresso herstellen.

Wann erhält man wirklich einen Espresso?

Der Espresso wird nur dann zu einem solchen, wenn er mit einer Siebträgermaschine hergestellt wird. Diese großen Kaffeemaschinen, die man meist nur in der Gastronomie findet, brühen das Kaffeepulver mit unter Druck stehendem heißen Wasser auf. Wieviel Druck genau dabei genutzt wird und welche Menge Kaffeepulver man dazu nutzt ist dabei ganz individuell und damit praktisch das Geheimrezept jedes „Barista“, wie man die Person nennt, die den Espresso im Cafe herstellt.

Auch wenn es also keine exakten Vorgaben dazu gibt, mit welchen Einstellungen an der Kaffeemaschine ein Espresso hergestellt wird, so ist man sich unter Experten einig, das nur mit einer Siebträgermaschine wirklich Espresso entsteht.

Haben Sie also eine Kapsel-Kaffeemaschine, zu der Sie Kapseln mit „Espresso“ erhalten können, ist dies streng genommen nicht wirklich Espresso, sondern tatsächlich einfach nur ein starker Kaffee. Und auch wenn Sie im Laden Espresso-Kaffeepulver kaufen und das aber mit einer normalen Kaffeemaschine aufbrühen, haben Sie keinen Espresso, sondern nur einen normalen Filterkaffee aus einer sehr wahrscheinlich recht dunkeln Kaffeeröstung. Ein Espresso entsteht nur, wenn beim Brühen Wasser unter hohem Druck durch das in das Sieb gepresste Kaffeepulver gedrückt wird und damit der typische Espresso mit der Crema entsteht.

Weiteres Wissenswertes zum Espresso

Aus dem Espresso, der erst nach 1900 der Allgemeinheit besser bekannt wurde, entstanden dann erst später weitere Spezialitäten, wie Cappuccino oder Latte Macchiato, indem in bestimmten Teilen Milch hinzugefügt wurde, die man meist auch direkt an der Siebträgermaschine unter Druck aufschäumen kann. Die meisten heutigen Siebträgermaschinen sind für die Milchschaumherstellung optimal ausgerüstet.

Übrigens, auch wenn das Wort Espresso tatsächlich mit der schnelleren Herstellung zu tun hat und man in Deutschland vielleicht etwas mit der italienischen Aussprache Probleme hat, einen „Expresso“ gibt es einfach nicht. Und sollten Sie versuchen, im Cafe einen solchen zu bestellen, werden Sie sicher schräge Blicke ernten. Bestellen Sie 2, sind das in Deutschland aber gerne Espressos, auch wenn die italienische Plural Espressi wäre. In Österreich können Sie aber auch einfach einen „kleinen Schwarzen“ bestellen um sich dem Espressogenuß hinzugeben.